28.03.2014 JENS ROSTECK (D)

28.03.2014 JENS ROSTECK (D)

Bilder & Eintrag: Wenzel Oschington (http://www.irgendwo-nirgendwo.de)

„Edith Piaf. Hymne an das Leben“
Magdeburg (Moritzhof), 28.03.2014

Mit ihren Chansons bezauberte sie Millionen, ihre Bühnenpräsenz war legendär. Ihr dramatischer Lebensweg vom halb verhungerten Gossenkind zum international gefeierten Star bot Stoff für unzählige Filme und Romane. Ihre Chansons kennt jeder, als „Spatz von Paris“ wurde Edith Piaf zum Mythos. Anlässlich ihres 50. Todestags im Oktober 2013 legt Jens Rosteck die erste große deutschsprachige Biographie dieser Ausnahmesängerin vor.

Die Magdeburger Songtage hatten Jens Rosteck im Moritzhof zu Gast.

Untermalt von mehreren Chansons, erzählte Rosteck aus dem Leben der unbequemen, rebellischen und doch so zerbrechlichen Künstlerin. Er skizierte Piaf als Theaterkünstlerin, Sängerin und Selbstdarstellerin, die vor allem drei Dinge auszeichneten: ihre unvergleichliche Stimme, ihre unermüdliche Energie und das Bestreben, Legendenbildung zu betreiben.

Als Schaustellerkind 1915 während des 1. Weltkrieges geboren, ihre Mutter Straßensängerin, der Vater Verdrehungskünstler, hatte sie bereits als Kind große ausdrucksstarke Augen.

Jens Rosteck berichtete davon, dass die kleine Edith fast ihr Augenlicht verloren hätte und von deren wundersamer Heilung, die fortan zur Legendenbildung beitragen sollte. Von den Erlebnissen, während sie im Bordell ihrer Großmutter aufwuchs.

Später touren Vater und Tochter mit einem Zirkus durch den Norden Frankreichs und Belgien, leben im Wohnwagen. Das Vagabundenleben ist von Entbehrungen geprägt. Ihr Tagwerk ist hart, aber gefällt ihr und weckt die Neugier auf das Leben des fahrenden Volkes.

Nachdem sich der Vater mit dem Zirkus überworfen hat, tingelten sie allein durchs Land. Große Sprünge sind nicht drin, lediglich die warme Mahlzeit am Tag.

Edith wird diesen Lebensstil ihr Leben lang beibehalten.

Da drängen sich einem unweigerlich die Bilder aus „La Strada – das Lied der Straße“, dem Melodram von Federico Fellini mit dem großartigen Anthony Quinn als Zampanò und Giulietta Masina als Gelsomina in den Hauptrollen auf.

Jens Rosteck, geboren 1962, promovierter Musik- und Literaturwissenschaftler, lebt seit 1990 als Publizist, Musikforscher und Buchautor in Frankreich. Zu seinen Buchpublikationen gehören Doppelbiographien über Lotte Lenya und Kurt Weill und über Jane und Paul Bowles sowie Monographien zu Bob Dylan und Oscar Wilde.